Der verschmähte Liebesbrief – Ein Groschenroman

eva-bolsani-der-verschmaehte-liebesbrief-ein-groschenroman-1170x650Der erste Liebesroman von Eva Bolsani.

Jessica kehrt nach zehn Jahren in das Dorf zurück, in dem sie als Kind diverse Sommerferien bei ihrer Tante Carla verbracht hat. Zwar ist der Anlass nicht gerade erfreulich, Carla hat sich ein Bein gebrochen und benötigt dringend Hilfe in ihrem Café. Doch Jess kommt die Einladung gerade recht, steht sie doch gerade ohne Job und nur mit der vagen Idee da, sich als Hochzeitsplanerin selbständig zu machen.

Eigentlich für sämtliche Beteiligten eine erfreuliche Lösung aller Probleme, wäre da nicht Luke, in den sich Jessica als Teenager unsterblich verliebt hat. Doch ihre erste große Liebe wurde nicht erwidert und bescherte Jess ihren ersten Liebeskummer. Ausgerechnet mit Luke soll sie nun die Hochzeit seines Bruders planen.

Dumm nur, dass Jessica von Luke genauso fasziniert ist, wie früher als junges Mädchen. Auch der erfolgreiche Geschäftsmann scheint an Jess interessiert zu sein. Doch die ist fest entschlossen, sich nicht erneut das Herz brechen zu lassen und ihre Liebe an jemanden zu verschwenden, der sicher nur auf ein kurzes Abenteuer aus ist.

Ist nach allem, was vorgefallen ist, überhaupt ein Happy End möglich?

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Leseprobe

»Bleib bloß nicht stehen, bleib bloß nicht stehen!«, beschwor Jess ihr Auto Kassiopeia, während sie es die schmale Straße entlangjagte, als sei sie auf der Flucht. Was war das denn gewesen? Luke Kupfenbrunner hatte sie zum Essen eingeladen. Was bildete der Kerl sich eigentlich ein? Gut, er sah verdammt nochmal noch viel besser aus, als sie ihn in Erinnerung hatte. Als er zur Türe reingekommen war, hatte sie sich genauso idiotisch gefühlt wie vor zehn Jahren. Nur dass sie recht schnell gemerkt hatte, dass sie es nicht mit einem kecken Studenten zu tun hatte, der Kekse klaute. Wie er sie ausgequetscht hatte, ob sie der Aufgabe auch gewachsen sei. Ziemlich beeindruckend. Dann diese alberne Erleichterung, als sich herausstellte, dass nicht er es war, der heiraten wollte. Jess hatte so eine undeutliche Ahnung, dass sie sich ab diesem Moment ziemlich idiotisch benommen hatte. Kein Wunder, dass Luke sie für leichte Beute gehalten hatte.

Obwohl – er war wirklich wahnsinnig nett gewesen. Dazu noch dieses Kribbeln in ihrem ganzen Körper, als er ihre Hand gehalten hatte. Wahnsinn. Warum nochmal hatte sie blöde Kuh der Verabredung nicht zugestimmt?

Natürlich, weil er so getan hatte, als würden sie sich nicht kennen. War es vielleicht möglich, dass er sie wirklich nicht erkannt hatte? Nach dem, was Ella angedeutet hatte, und so wie der Typ aussah, war die Liste der Herzblätter sicher lang. Sicher schwierig genug, sich diese Mädels alle zu merken. Da konnte man sich ja unmöglich an all jene erinnern, die einem so am Rande zu Füßen gelegen hatten, ohne es in die engere Auswahl zu schaffen.

Jess rief sich energisch zur Ordnung. Luke hatte ihr an diesem Tag wirklich keinen Anlass gegeben, ihm irgendwelche unlauteren Absichten zu unterstellen. Wenn er sie nun tatsächlich vergessen hatte? Konnte dies dann nicht der Anfang von etwas ganz Neuem sein?

In diesem Moment kam Jess an einem kleinen Feldweg vorbei. Sie trat heftig auf die Bremse, und Kassiopeia kam mit quietschenden Reifen zum Stehen. Jess starrte auf den kleinen Weg. Unzählige Male war sie mit Ella lachend hier entlang geradelt, auf dem Weg zu dem kleinen Teich im Wald. Bis sie eines Tages allein und mit klopfendem Herzen hierhergekommen war.

So etwas vergaß man doch nicht. Luke wusste genau, mit wem er es zu tun hatte. Auch wenn es ihm vermutlich im Moment passender schien, sich nicht an sie zu erinnern. Jess würde sich nicht noch einmal das Herz brechen lassen. Einem Ludwig Kupfenbrunner war sie einfach nicht gewachsen, daran hatten auch die vergangenen zehn Jahre nichts geändert.