Emmas Haus – Ein Weihnachtsmärchen

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Als kleines Geschenk für meine Leserinnen und Leser findet ihr hier ein kurzes Weihnachtsmärchen.

Ihre Arbeit und ihre Karriere sind eigentlich alles, was die erfolgreiche Emma braucht. Da erscheint es ihr nur passend, die unvermeidlichen Weihnachtsfeiertage zu nutzen, um das Haus ihrer verstorbenen Eltern für den Verkauf vorzubereiten.

Auf dem Weg in ihr Heimatdorf kommt es jedoch zu einem Zwischenfall: Emma überfährt fast einen Mann mit seinem Hund. Sie entschließt sich dazu, die beiden mitzunehmen. Doch wer ist dieser Anton wirklich, dem es mühelos gelingt, Emmas verdrängte Gefühle ans Tageslicht zu bringen?
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Leseprobe

Sorgfältig arrangierte Emma ihre Essensbehälter auf einem Tablett, als Anton auch schon in die Küche stolperte.

»Hast du nicht etwas von Abendessen gesagt? Schneeballschlachten machen mich immer wahnsinnig hungrig. Was ist denn das?«

»Das Abendessen«, verkündete Emma. Gut, Männer hatten es im Allgemeinen nicht so mit Gemüse, aber als essbar sollten sie es doch erkennen können.

»Es ist kalt! Funktioniert der Herd nicht?«

»Doch schon«, sagte Emma, und versuchte Anton klarzumachen, dass die Vitamine im Essen durch Kochen zerstört würden und das Mahl außerdem nach biodynamischen Grundsätzen zusammengestellt sei. Doch Anton schien wenig beeindruckt.

»Das ist ein Essen für einen heißen Sommertag«, bestimmte er. »Aber es würde auch einen super Eintopf abgeben, was meinst du?«

Zögernd nickte Emma. Wenn sie ehrlich war, hatte die Vorstellung von einem warmen Essen nach der Toberei im Schnee etwas unheimlich Verlockendes.

»Ich hab’ noch ein Stück Speck im Rucksack. Sollen wir es reinschnippeln?«

Wieder nickte sie. Verzichtete sogar darauf, all’ die schlimmen Folgen aufzuzählen, die der Verzehr eines so fetten, geräucherten Stücks Fleisches haben konnte. Einmal war schließlich keinmal. Außerdem duftete der Speck so herrlich, dass sie am liebsten gleich reingebissen hätte. Innerhalb kürzester Zeit brodelte ihr Gemüse mit Antons Speck in einem Topf auf dem Herd, der Kachelofen begann, etwas Wärme abzugeben und Emma fühlte sich plötzlich tatsächlich wie zu Hause.